Hilfe bei der der Volkskrankheit Sodbrennen

Berlin (21.2.2013) – Eine japanische Studie mit mehr als 20.000 Probanden zeigt jetzt, welche Lebensstil-Einflüsse Refluxbeschwerden wie Sodbrennen oder saures Aufstoßen tatsächlich signifikant verschlechtern (1). Darunter sind einige bekannte Lifestyle-Faktoren, aber auch etliche eher unberücksichtigte Einflüsse, berichtet das Fachportal Sodbrennen-Welt.de. Die Faktoren – nach symptomatischer und Häufigkeits-Bedeutung sortiert – sind: „unzureichender Schlaf“, „erhöhtes Körpergewicht im Erwachsenenalter“, „Abendessen bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen“, „gewohnheitsmäßige Mitternachts-Snacks“, „häufiger Verzicht aufs Frühstück“, „Mangel an regelmäßiger körperlicher Aktivität“, „gewohnheitsmäßiges Schlingen beim Essen“, „häufiger Alkoholkonsum“ und „gewohnheitsmäßiges Rauchen“. Aus diesen Einsichten ergeben sich eindeutige Empfehlungen, um Refluxbeschwerden wirksamer in den Griff zu bekommen (2).

Zur Frage der Bedeutung von Übergewicht und Sodbrennen, sind die japanischen Ergebnisse „herausfordernd“. Übergewicht alleine scheint vor Beschwerden wie Sodbrennen etwas zu schützen, während eine starke Gewichtszunahme im Erwachsenenalter auf ein erhöhtes Refluxkrankheits-Risiko hindeutet. Eine schlüssige Erklärung für den Widerspruch gibt es derzeit nicht. Eine aktuelle norwegische Untersuchung („Hunt-Studie“, rund 60.000 Teilnehmer) zeigt jedoch, und dies ist für Sodbrennen-Betroffene das eigentlich Wichtige, dass Gewichtsreduktion hilfreich ist und Refluxbeschwerden deutlich verringert (3). Beide Großstudie bieten vor allem chronisch von Sodbrennen, saurem Aufstoßen, Magendrücken, Heiserkeit oder anderen Refluxbeschwerden Betroffenen neue Möglichkeiten, nachhaltig und proaktiv ihre Beschwerden zu lindern ohne von einer oft nur teilwirksamen bis unwirksamen Medikamenten-Dauertherapie abhängig zu sein, heißt es bei Sodbrennen-Welt.de (4). Damit wird das Behandlungs-Dilemma – also symptomatische Unwirksamkeit der medizinischen Therapie trotz Einsatzes hocheffektiver Säureblocker – entschärft und Betroffene bekommen wirksame Optionen, um den weiteren Krankheitsverlauf selbst mitzubestimmen.

Quellen:
(1) Yamamichi N, Mochizuki S, Asada-Hirayama I, Mikami-Matsuda R, Shimamoto T, Konno-Shimizu M, Takahashi Y, Takeuchi C, Niimi K, Ono S, Kodashima S, Minatsuki C, Fujishiro M, Mitsushima T, Koike K: Lifestyle factors affecting gastroesophageal reflux disease symptoms: a cross-sectional study of healthy 19864 adults using FSSG scores. BMC Med. 2012 May 3;10:4.
(2) Bubenzer RH: Gesunder Schlaf und regelmäßiges, ruhiges Essen schützen vor Sodbrennen. Sodbrennen-Welt.de, Berlin, Dezember 2012.
(3) Ness-Jensen E, Lindam A, Lagergren J, Hveem K: Weight Loss and Reduction in Gastroesophageal Reflux. A Prospective Population-Based Cohort Study: The HUNT Study. Am J Gastroenterol. 2013 Jan 29.
(4) Bubenzer RH: Gewichtsreduktion hilft gegen Sodbrennen. Sodbrennen-Welt.de, Berlin Januar 2013.

Zusatzinformation :
Sodbrennen-Welt.de ist Deutschland ältestes und reichweitenstärkste Internet-Portal zum Thema Sodbrennen und Refluxkrankheit. Es wird besonders von Menschen mit chronischem Sodbrennen genutzt, die bei www.sodbrennen-welt.de neue Einsichten in das Krankheits-Verständnis finden oder wissenschaftlich fundierte Bewertungen von Therapien und Allgmeinmaßnahmen bei Sodbrennen.

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Darmgesundheit

Etwa jeder Dritte  in Deutschland ist davon betroffen: Obstipation, das heißt Verstopfung. Viele Menschen meinen allerdings bereits, unter Verstopfung zu leiden, wenn sie einmal nicht jeden Tag zur Toilette können. Dabei gilt aus medizinischer Sicht als gesund, was zwischen dreimal pro Tag und dreimal pro Woche liegt. Wer allerdings weniger als dreimal pro Woche „kann“, und bei wem sich Stuhlgewohnheiten plötzlich ändern und sie auch bei gesunder Lebensweise nicht in den Griff bekommt, sollte einen Arzt aufsuchen. Meist ist eine Verstopfung auch verbunden mit hartem, trockenem Stuhl, so dass der Gang zur Toilette mit Schmerzen verbunden ist.

Diagnose
Zunächst wird beim Hausarzt durch Labor- und Ultraschalluntersuchungen, dann beim Gastroenterologen durch eine Darmspiegelung oder weitere Untersuchungen überprüft, ob organische Ursachen für die Verdauungsstörungen vorliegen. Heutzutage ist die  Spiegelung bei einem erfahrenen Arzt durch die modernen Instrumente schnell und fast schmerzfrei durchzuführen, so dass viele PatientInnen auf eine Beruhigungsspritze verzichten und nach der Untersuchung direkt nach Hause gehen können.

Verstopfung kann ein Symptom vieler Erkrankungen sein wie beispielsweise einer Schilddrüsenunterfunktion, aber schlimmstenfalls auch für Darmkrebs.  Glücklicher Weise ist das bei den wenigsten PatientInnen der Fall. Auch zahlreiche Präparate wie Schlafmittel, Beruhigungsmittel oder Psychopharmaka können eine Verstopfung verursachen. Meist liegt das Problem in der Lebensweise begründet: Betroffene ernähren sich ballaststoffarm, trinken nicht ausreichend und bewegen sich zu wenig.

Therapie
Sind nicht organische Darmerkrankungen oder Medikamente Ursache der Verstopfung, genügt es, die Lebensgewohnheiten zu ändern. Zum Beispiel ein Joghurt mit der ballaststoffreichen Weizenkleie oder Obst, Wasser und Bewegung können Wunder wirken. In diesem Fall ist dringend von Abführmitteln abzuraten.

Ein Polyp oder Tumor im Darm sowie eine Schilddrüsenunterfunktion muss ärztlich behandelt werden. Nur, wenn die regelmäßige Einnahme von Medikamenten die Ursache der Verstopfung ist, können Abführmittel unter ärztlicher Aufsicht zu Hilfe genommen werden. Unbedingt sollte mit dem Facharzt darüber gesprochen werden, welche Abführmittel er empfiehlt. Denn die meisten Medikamente – auch die „natürlichen“ – gewöhnen den Darm daran, dass er nicht mehr arbeiten muss. Auf die Einnahme der Verdauungshilfe reagiert er mit Trägesein. Die Folge: man muss die Dosis immer weiter erhöhen, bis der Stuhlgang von selbst überhaupt nicht mehr funktioniert. Das ist bei fast allen Abführmitteln der Fall. Einige schädigen die Schleimhaut des Darmes und viele  –führen zu einem Verlust lebenswichtiger Stoffe wie zum Beispiel Kalium.

Vorbeugung
Vor allem die Ernährung kann in Bezug auf die Verdauung Wunder wirken. Wer ballaststoffreiche Kost dem Fast Food vorzieht, also Obst, Gemüse und Vollkornprodukte auf seinen Speiseplan stellt, sollte eigentlich nicht unter Verstopfung leiden. Regelmäßige Bewegung tut ein weiteres. Auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilft dem Darm auf die Sprünge: mindestens zwei Liter Wasser, Säfte oder Früchtetees am Tag reichen für genügend weichen Stuhlgang aus.

Buchtipps

  • Dr. med. Max O. Bruker: Stuhlverstopfung in 3 Tagen heilbar – ohne Abführmittel, emu Verlag Lahnstein, 1998. ISBN 3891890044. Preis: 12,80 Euro
  • Hermann Ketterer: Chronische Obstipation, Schattauer F.K. Verlag Stuttgart, 1999. ISBN: 3794519922, Preis: 19,95 Euro
  • Dr. Petra Thorbrietz: Gesundheit aus dem Darm. Die Quelle des Wohlbefindens entdecken, schützen und heilen, Zabert Sandmann Verlag, 2003. ISBN: 3898830500. Preis: 19,95 Euro
  • Gerhard Leibold: Nie mehr verstopft!, Oesch Verlag Zürich, 2004. ISBN 3035050473. Preis: 12,90 Euro
  • Prof. Dr. med. Ulrich von Gaisberg, Werner Waldmann: Fitneß-Training für den Darm, Trias Verlag 1998. ISBN: 3893734546. Preis: 11,45 Euro.

Kontaktadressen

  • Gastro-Liga e.V.
  • Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm, Leber und Stoffwechsel sowie Störungen der Ernährung e.V. Friedrich-List-Str. 13, 35398 Giessen, Internet: www.gastro-liga.de
  • Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten Olivaer Platz 7, 10707 Berlin, Internet: www.dgvs.de

Internet
www.gastro-liga.de
http://www.verdauungs-beschwerden.de/verstopfung/
www.gesund-durch-essen.ch/Colon.html
http://www.ernaehrung.de/tipps/obstipation/
Recherche Referenzen / Quellenhinweise
Literatur:
Dr. med. Max O. Bruker: Stuhlverstopfung in 3 Tagen heilbar – ohne Abführmittel, emu Verlag Lahnstein, 1998. ISBN 3891890044.
Matthias Lohr: Innere Medizin: Kompendium für Studium und Klinik. Lohr/ Keppler. Ullstein Medical, Wiesbaden 1999. ISBN 3-86126-182-0.

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